Karl Krolow (Germania 1915-1999): Tre poesie
Tempo
Tempo: qualcosa
che sporca le tasche
di sangue.
Piove vita
dai corpi aperti.
I giorni
e le sue silenziose imprese
con gli uomini
che si perdono.
Nella sabbia
un mese dipinge
la propria immagine per consegnarla
al prossimo, senza nesso
con quello che verrà.
Il bel tempo
non cambia il carcinoma.
Le carte belle in ordine
bruciano anno dopo anno.
Per sempre
Perdere il tempo per sempre.
La neve comincia a cadere
intorno a me per sempre
a casa non si ritorna più.
È facile come quando
in estate ci si fa cadere
nell’erba per sempre, osservando
il paesaggio che non pensa
e che si fa distruggere
per sempre e del quale
alla fine ci si stanca
perché per troppo tempo
si ha detto primavera.
L’anno
Si dice, gli uccelli muoiono
del loro canto.
La primavera è difficile
perché il cielo
è tre volte bello.
Si gioca con la vita
senza accorgersi.
In una notte d’estate
uno deve avere
un’amante,
dice Kleist a Thun.
Questo Kleist,
che Robert Walser
ha inventato mentre camminava.
L’erba
non cresce più in alto
e Dio in estate
è rotondo: una palla di luce.
Più tardi il primo freddo
tra le spalle,
inaspettato.
Anche questa volta cadono le foglie
ed è solo l’inizio.
Ancora non fa freddo
ma fuori il tempo
si stringe.
Anche a novembre, mese santo,
si gioca a calcio.
Stai cercando un fazzoletto
e trovi l’anima.
Qualcosa non quadra.
L’anno è finito
dice il calendario.
Zeit
Zeit: etwas
das die Taschen
feucht von Blut macht.
Es regnet Leben
aus offenen Körpern.
Die Tage und
ihr stilles Geschäft
mit Menschen, die verloren
gehen.
Ein Monat malt
dem nächsten sein Bild
in den Sand,
ohne Verwandtschaft
mit dem, was kommt.
Kein schönes Wetter
verändert ein Karzinom.
Die geordneten Papiere
verbrennen Jahr um Jahr.
Für immer
Für immer Zeit verlieren.
Schnee beginnt um mich
für immer zu fallen
ohne Heimweg und Rückkehr.
Das ist so einfach wie
im Sommer sich für immer
ins Gras fallen lassen
und zusehen, wie es weitergeht
mit einer gedankenlosen Landschaft,
die sich zerstören läßt
für immer und die man
schließlich leid ist, wenn man
lange genug Frühling gesagt hat.
Das Jahr
Es heißt, die Vögel
singen sich tot.
Das Frühjahr ist schwierig,
weil der Himmel
dreimal so schön ist.
Man spielt mit dem Leben
und merkt es nicht.
In einer Sommernacht
muß einer doch eine
Geliebte haben,
sagt Kleist in Thun.
Diesen Kleist
hat Robert Walser
im Wandern erfunden.
Das Gras
wächst nicht mehr höher,
und Gott im Sommer
ist rund: ein Lichtball.
Später friert man
zwischen den Schulterblättern,
will’s nicht glauben.
Auch diesmal der Laubfall
und das Folgende.
Es ist noch nicht kalt,
aber die Freizeit draußen
wird schmal.
Auch in den dunklen,
frommen Novemberwochen
wird Fußball gespielt.
Du suchst ein Taschentuch
und findest die Seele.
Da stimmt etwas nicht.
Das Jahr ist um,
wie’s im Kalender steht.
Traduzioni di Stefanie Golisch
Il quadro è di Mikhail Matyushin

